Ein voller Wäscheschrank ist selten ein Platzproblem – meistens ist es ein Faltproblem. Wenn Sie Ihre Bettwäsche falten, entscheidet die Technik darüber, ob aus einer Garnitur ein ordentlicher Quader oder ein wolkiger Stapel wird, der nach zwei Wochen in sich zusammenfällt. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie Bezüge, Laken und Kissenhüllen so falten und einsortieren, dass Sie beim Wechseln nur noch ein einziges Paket herausziehen müssen.
Vorbereitung: trocken, glatt, gleich groß
Falten Sie Bettwäsche nur vollständig trocken. Restfeuchte im Stapel führt zu muffigem Geruch und im ungünstigen Fall zu Stockflecken – mehr dazu in unserem Beitrag Bettwäsche riecht muffig. Nehmen Sie die Wäsche außerdem zügig aus der Maschine und schütteln Sie jedes Teil einmal kräftig aus: Das löst die meisten Falten, bevor sie sich festsetzen.
Ein zweiter Punkt wird oft unterschätzt: Falten Sie alle Bezüge auf dasselbe Endmaß. Wenn ein 135x200-Bezug am Ende genauso breit ist wie ein 155x220-Bezug, stapeln sich die Pakete stabil übereinander. Als Faustregel eignet sich die Tiefe Ihres Schrankbodens minus ein bis zwei Zentimeter – so steht nichts über und nichts kippt nach vorn.
Materialien verhalten sich dabei unterschiedlich. Voluminöse Qualitäten wie Biber mit 160 g/m² oder Melange-Flanell bauen naturgemäß mehr auf – hier lieber einmal weniger falten und dafür flacher pressen. Glatte Qualitäten wie Mako-Satin lassen sich sehr dünn falten, rutschen aber im Stapel gern weg; sie profitieren davon, wenn sie in einer Kissenhülle gebündelt werden (dazu gleich mehr).
Bettwäsche falten Schritt für Schritt
Der Bettbezug
Legen Sie den Bezug längs auf eine glatte Fläche, Verschluss nach unten. Streichen Sie ihn mit den Handflächen von der Mitte nach außen glatt. Falten Sie ihn dann einmal längs zur Hälfte, danach noch einmal längs – Sie haben nun einen langen, schmalen Streifen. Diesen falten Sie zwei- bis dreimal quer, je nach gewünschter Endgröße. Wichtig: Nach jedem Faltschritt einmal mit der flachen Hand nachziehen. Das drückt Luft heraus und ist der Unterschied zwischen einem 6 cm und einem 12 cm hohen Paket.
Das Spannbettlaken
Der Klassiker unter den Ärgernissen. Der Trick liegt darin, die vier elastischen Ecken ineinanderzustecken: Greifen Sie mit beiden Händen in zwei benachbarte Ecken, stülpen Sie die eine über die andere, wiederholen Sie das mit dem zweiten Eckenpaar und stecken Sie schließlich beide Paare zusammen. Jetzt liegt ein annähernd rechteckiges Stück Stoff vor Ihnen, dessen Gummikante eine gerade Linie bildet. Diese Linie legen Sie nach innen, dann falten Sie wie beim Bezug längs und quer. Bei Laken mit hoher Steghöhe – siehe Steghöhe und Maße richtig wählen – bleibt mehr Volumen übrig; das ist normal.
Die Kissenhülle als Verpackung
Falten Sie einen Kissenbezug zuletzt, aber falten Sie ihn nicht flach zusammen: Stülpen Sie ihn um und schieben Sie den gefalteten Bettbezug, das Laken und die zweite Kissenhülle hinein. Ergebnis ist ein geschlossenes Paket, in dem die komplette Garnitur zusammenbleibt. Sie ziehen künftig ein Bündel aus dem Schrank statt drei Einzelteile zu suchen – und der Stapel bleibt auch dann in Form, wenn Sie einmal von unten etwas herausnehmen.
Ordnung im Schrank: ein System, das hält
Sortieren Sie zuerst nach Größe, erst dann nach Farbe. Größe ist das Kriterium, nach dem Sie im Alltag greifen – Farbe entscheidet nur, welches Set aus dem richtigen Fach kommt. Bewährt hat sich pro Bettgröße ein Fach oder eine Box; wer wenig Platz hat, stellt die Pakete hochkant nebeneinander statt sie zu stapeln. So sehen Sie jedes Bündel von oben und ziehen nie wieder das unterste heraus.
Trennen Sie außerdem Sommer- und Winterqualitäten. Was gerade nicht im Einsatz ist – im Sommer also Biber und Melange-Flanell, im Winter Seersucker und leichte Qualitäten – wandert nach hinten oder in ein oberes Fach. Wie Sie den saisonalen Wechsel planen, lesen Sie in Bettwäsche nach Jahreszeiten wechseln. Zur längeren Einlagerung gilt: atmungsaktiv lagern, keine luftdichten Plastikboxen, kein direktes Sonnenlicht. Details dazu finden Sie unter Bettwäsche richtig aufbewahren.
Und noch ein pragmatischer Hinweis: Legen Sie frisch gewaschene Garnituren immer nach unten in den Stapel und nehmen Sie von oben. So rotieren alle Sets gleichmäßig, statt dass zwei Lieblingsbezüge verschleißen, während drei weitere unbenutzt im Schrank liegen. Wer sein Sortiment ohnehin ergänzen möchte, findet in der Bettwäsche-Übersicht und bei den pflegeleichten Renforcé-Qualitäten Sets, die sich besonders flach falten lassen.
Häufige Fragen
Wie hoch darf ein Bettwäsche-Stapel sein?
Praktikabel sind vier bis fünf Pakete übereinander. Höhere Stapel kippen beim Herausziehen und Sie müssen jedes Mal neu ordnen. Bei mehr Garnituren lieber ein zweites Fach nutzen oder die Bündel hochkant nebeneinanderstellen.
Sollte man Bettwäsche vor dem Falten bügeln?
Nur, wenn Sie es möchten. Sauber gefaltete und beschwerte Wäsche glättet sich im Schrank von selbst weitgehend. Seersucker gehört ohnehin nie unter das Bügeleisen – seine Krepp-Struktur ist gewollt und macht ihn bügelfrei. Mehr dazu in Bettwäsche bügeln – oder nicht?
Warum bekomme ich Biber-Bettwäsche nicht so flach wie Satin?
Weil das gewollt ist. Biber wird beidseitig aufgeraut und lebt von seiner Bauschigkeit – genau diese Luftpolster halten nachts warm. Ein Biber-Paket wird deshalb immer höher als ein Mako-Satin-Paket. Drücken Sie es beim Falten flach, aber lagern Sie es nicht dauerhaft unter schwerem Druck.